3 Fragen an den Freiburger Wetter-Beobachter Werner Brockhaus

Schon seit 1974 ermittelt Werner Brockhaus an seiner Klimastation in Horben Wetterdaten und erstellt – Kenner wissen es zu schätzen – sehr treffliche Prognosen. „Winter, wann gehst du endlich“, appellierte Brockhaus Ende März auf seiner Homepage. Angesichts des denkwürdigen Frühlings hat sich Lars Bargmann mit dem 78-Jährigen unterhalten.

Wetter-Beobachter Werner Brockhaus

 

chilli: Herr Brockhaus, Sie sind ein Urgestein der Freiburger Wetterbeobachtung. Haben Sie so ein Frühjahr schon einmal erlebt?
Brockhaus: Nein, noch nie. Die Krux ist ein Hoch über England, an dessen Ostseite es eine sehr stabile Nordost-Strömung gibt, die uns aus dem Raum Helsinki sehr kalte Luft bringt. Das haben wir zwar immer wieder mal, aber noch nie so anhaltend. Damit zusammen hängt auch, dass wir im Februar im Vergleich zum Mittelwert nur etwa die Hälfte der Sonnenstunden hatten und im März nur 70 Prozent. Das trübe Wetter schlägt natürlich bei vielen auf die Stimmung.

chilli: Geben Sie einen Tipp ab, wann das Freiburger Strandbad geöffnet wird?
Brockhaus: Das ist heute noch nicht abzusehen. Zwar wird es wohl in der zweiten Aprilwoche wärmer und sonnig werden, ob das dann aber beständig ist, kann ich nicht sagen. Es kann danach auch wieder kälter werden.

chilli: Folgt auf einen so beharrlichen Winter auch ein ebenso beharrlicher Sommer?
Brockhaus: Solche Prognosen gibt es oft in Boulevard-Blättern. Damit wäre ich sehr vorsichtig. Eine Vorhersage über einen so langen Zeitraum sollte man sich nicht antun.

Der Klimaforscher veröffentlicht seine Erkenntnisse auf
www.brockhaus-wetter.de


Foto: Kai Hockenjos