Warum in Freiburg CDU, SPD, FDP und Freie Wähler einen neuen Stadtteil fordern
Es ist eine sehr ungewöhnliche Allianz, die sich angesichts der massiven Wohnungsnot im Freiburger Gemeinderat jetzt gebildet hat: CDU, SPD, FDP und Freie Wähler überraschten die Öffentlichkeit am Vormittag des 27. April mit der Forderung nach einem neuen Stadtteil. Der könnte nördlich des Rieselfelds entstehen, auf den sogenannten Käserbach-/Dietenbachniederungen. Nicht weit weg von den Hirschmatten also, dem möglichen Standort für ein neues Stadion. Für ein Rieselfeld reloaded müsste der Flächennutzungsplan 2020 geändert werden. Die Grünen, bei der Forderung nach einem kommunalen Wohnungsbauprogramm ansonsten im Boot, meldeten keine drei Stunden später, dass angesichts des Notstands „wohlfeile Verweise auf zeitlich völlig unrealistische Alternativen bei seriöser Betrachtung nicht weiterhelfen“. Noch schneller jagten die Unabhängigen Listen eine Pressemeldung heraus und warfen den vier Stadtteilforderern eine „überhitzte Reaktion“ vor. Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) hatte im Februar im Interview mit dem Freiburger Stadtmagazin chilli gesagt, die fürs Wohnen vorgesehenen Gebiete im Flächennutzungsplan würden trotz des ungebremsten Bevölkerungszuwachses ausreichen. Nun sagt er, die vier Fraktionen würden im Rathaus offene Türen einrennen. CDU, SPD, FDP und Freie Wähler haben im Gemeinderat 27 von 48 Sitzen. Gegen eine Mehrheit lässt sich nicht regieren.
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