Ein koketter Augenaufschlag, eine Wahnsinnsstimme, die das gesamte ZMF-Zelt füllt. Die ersten Melodien des Saxophonisten begleitet von Kontrabass und Piano. Der gestockte Atem des Publikums weicht einem Gänsehautgefühl. Caro Emerald ist im Zirkuszelt angekommen.

Die neunköpfige Band führt ohne Atempause durch den Abend und jagt den begeisterten Zuschauern einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. An der gewaltigen Stimme hat die Niederländerin schon als Elfjährige gearbeitet, nachdem sie auf einer Schulaufführung entdeckt worden ist. Gesungen hat sie damals den Klassiker “Dream a Little Dream of Me”.

 

Sie besuchte anschließend ein Konservatorium, um Jazzmusik zu studieren. Im Freiburger Zelt erzählt die Sängerin zwischen den Songs immer wieder Anekdoten über ihr Leben, ihre erste große Tour und ihre nächste CD, an der sie gerade arbeitet. Mit den Stücken der aktuellen CD “Deleted Scenes From The Cutting Room Floor” können volle zwei Stunden Konzert gefüllt werden, wobei ein Song dem anderen in nichts nachsteht und auch bei den Zuhörern, die sie vor allem mit “A Night like this” in Verbindung bringen, ein ständig beschwingtes Tanzen hervorruft.

 

Caro Emerald schafft es mit ihrer Band, in der auch ein DJ auf der Bühne für elektronisch-futuristische Klänge sorgt, die Zeit verfliegen zu lassen. Zeitweise fühlt sich das Freiburger Publikum in die 30er Jahre zurückversetzt. Schaut man sich um, entdeckt man auch viele ältere Menschen in der Menge, die Caro wahrscheinlich gerade aus diesem Grund mögen.

 

Nach zwei Zugaben ist auch das schönste Konzert vorbei, doch das nächste Album kommt bestimmt – und mit ihm vielleicht auch Caro Emerald wieder nach Freiburg?!

 

Text: Sybille Holm / Fotos: Petra Bartholomé