Der Favorit ist seiner Rolle nicht gerecht geworden: In der dritten Bundesliga feierte die SG Köndringen-Teningen am Samstag den ersten Sieg im Jahr 2012. Gegen das Schlusslicht TV Nieder-Olm überzeugte das Team von Ole Andersen vor mehr als 500 Fans aber nur in der Spieleröffnung und in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit. Das 31:26 (14:14) war zwar verdient, aber ohne Glanz. „Wir sind mit der Favoritenrolle nicht gut umgegangen. Das hat die Mannschaft ja schon bevor ich kam immer wieder mal gezeigt und das hat sich leider nicht geändert“, meinte Andersen nach einer Partie, in die sein Team feurig gestartet war (3:0), dann aber merklich abkühlte und zwischenzeitlich sogar mit 8:11 hinten lag.

Unentschlossen in der Defensive, schwach beim Torwurf, unkonzentriert beim Passspiel – all das spielte einem kämpferisch bärenstarken Schlusslicht in die Karten. Zur Pause hatte der Favorit immerhin den Ausgleich geschafft und eine numerische Überzahl, denn Gästespieler Lukas Nagel flog zwei Sekunden vor dem Wechsel nach einem Kopftreffer vom Platz. Dennoch: Erst nach dem 21:20 rissen sich die Teninger wieder zusammen, standen jetzt aggressiver in der Defensive und nutzten die sich bietenden Gelegenheiten. „Ich finde den heroischen Kampf von Nieder-Olm beeindruckend, aber wir haben mit uns selber mehr Mühe gehabt als mit dem Gegner. Nach der frühen Führung haben wir einen gefährlichen Cocktail gemixt, reihenweise gute Chancen verschenkt, viel zu viele Fehler gemacht und nicht gut verteidigt“, kritisierte Andersen.
Er sei weder zufrieden noch unzufrieden mit dem Spiel – „solche Spiele gibt es eben immer wieder“ –und lobte den sechsfachen Torschützen Steffen Zank, der seit Jahresbeginn spürbar an seinem zuweilen zu zaghaften Offensivspiel arbeitet. Auf den Einsatz von Daniel Warmuth (Ellenbogen-Probleme) hatte Andersen verzichtet, zudem spielt Yannick Grothe wegen seiner hohen dienstlichen Belastung erst einmal in der Zweiten weiter. Markus Wenning hätte sich ein Lob verdient gehabt, aber er brauchte für seine acht Tore einfach zu viele Versuche. Was bleibt? Mund abputzen, am kommenden Sonntag geht es zu den Kickers nach Stuttgart. Auch da müssen zwei Punkte her.

Tore für die SG: Wenning 8, Trodler 4, Hirling 7, Hefter 4, Zank 6, Sandu 2.