Nachdem das Public Viewing zur Fußball-EM aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen Stadt und dem potenziellen Veranstalter abgesagt worden ist, wird in diesem Sommer auch die Downtown Street Party in der Innenstadt ausfallen. Entsprechende Informationen des chilli Stadtmagazins bestätigte Mitveranstalter Holger Probst und übte wie andere Gastronomen Kritik an der Stadtspitze. Der veranstaltende Verein hat sich inzwischen aufgelöst.

 

„Ich habe die Lust an der Freiburger Gastronomie verloren“, sagt Holger Probst. Der 33-Jährige war erster Vorsitzender des eingetragenen Vereins „Downtown Street Party Freiburg“, der das 1995 erstmals veranstaltete Fest organisierte. Von seinem Amt ist er vor einigen Monaten zurückgetretenen, der Verein hat sich inzwischen aufgelöst. „Die Freiburger Gastronomen müssen sich überlegen, ob es sich bei den Auflagen der Stadt überhaupt noch lohnt, solch ein Fest zu veranstalten“, sagt Probst. Er ist Mitgesellschafter der Maria Bar in der Löwenstraße inmitten des Bermudadreiecks und hat sich durch den Verkauf des Inventars Anfang April aus dem operativen Tagesgeschäft zurückgezogen. Der Frust über die Stadtspitze sitzt tief.

 

„Die Entscheider sitzen in ihren Büros und haben null Komma null Ahnung von der Materie“, kritisiert er das Verhalten der Rathausspitze, was die Organisation von Veranstaltungen angeht. Nach der Tragödie bei der Love Parade vor zwei Jahren seien die Menschen bei großen Veranstaltungen natürlich sensibler geworden, erzählt Probst. „Aber in Freiburg werden die Auflagen einfach viel zu hoch gelegt. Und es wird immer schlimmer.“ Im vergangenen Jahr war die Downtown Street Party, die 1995 ihre Premiere feierte, aus solchen Gründen bereits ausgefallen. 2008 stieg sie aus wirtschaftlichen Gründen ebenso nicht.

 

Die Stadt stelle hohe Sicherheitsauflagen. So muss unter anderem eine Security-Firma dafür sorgen, dass das Festgelände abgesperrt ist und nicht mehr als 5000 Menschen gleichzeitig eingelassen werden. „Aber bei 5000 Leuten ist das Gelände nur halb voll“, sagt Probst. „Die Beamten legen die Auflagen so hoch, dass ja keiner an ihrem Stuhl sägen kann, falls etwas schief läuft. So können sie gut schlafen. Als Gastronom kann man da nichts machen. Die Stadt sitzt nun mal am längeren Hebel.“

 

Daniel Weber