Trotz des ehrgeizigen  Zeitplans konnte das neue Leuchtturmprojekt der Stadt pünktlich vor Weihnachten eingeweiht werden. Freiburgs größte Solaranlage ist ein Gemeinschaftsprojekt von Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) und Badenova: Die gemeinsame Tochter ASF Solar hat das fünf Millionen Euro teure Vorhaben in nur zwölf Wochen Bauzeit umgesetzt. Auf der 55 Meter hohen Mülldeponie Eichelbuck Freiburgs größtes Solarkraftwerk zu errichten, war eine gewaltige Herausforderung: Nicht die Größe von 2,5 Fußballfeldern, sondern die steile Hanglage sowie die optimale Ausrichtung der Module waren zu bewältigen.

So funktioniert die Solaranlage. (Graphik: Badenova)

 

„Die Nutzung der Solarenergie ist unverzichtbar, um das Ziel der Landesregierung von mindestens 35% erneuerbarer Stromerzeugung im Jahr 2020 zu erreichen. Die Anlage auf dem Eichelbuck leistet hierzu einen sehr wertvollen Beitrag“, sagte Umweltminister Franz Untersteller.

 

„Das Solarkraftwerk zeigt exemplarisch, dass die Energiewende dezentral statt findet: Nur wenn wir unsere lokalen Standortbedingungen optimal ausnutzen und gemeinsam nach intelligenten Lösungen suchen, erreichen wir die angestrebten Klimaziele“, sagte Dr. Thorsten Radensleben (Badenova-Vorstandsvorsitzender). Freiburgs größte Solaranlage deckt den jährlichen Strombedarf von ca. 1.000 Haushalten und hat eine Gesamtleistung von 2,5 Megawatt Peak (MWp.)

 

Dass das neue solare Großkraftwerk einen wichtigen Beitrag zum regenerativen Energiekonzept der Stadt leistet, machte Freiburgs Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon deutlich: „Der Eichelbuck liefert seit rund 20 Jahren Methangas für das Deponiegasprojekt Landwasser. Als Standort der größten Freiburger Solaranlage kommt jetzt eine weitere Komponente an regenerativer Energienutzung hinzu.“ Salomon verweist auf die Klimaschutzziele und die langfristige Perspektive einer klimaneutralen Stadt bis 2050. „Wir brauchen dafür neben den vielen privaten und öffentlichen Solardächern auch Großanlagen. Die frühere Deponie ist ein idealer Standort.“

 

„Die Anlage ist die zweitgrößte ihrer Art in ganz Baden-Württemberg und ein sichtbarer Beweis dafür, dass sich alte, ausgediente Deponien nach ihrer Stilllegung hervorragend weiter als Energieberge nutzen lassen“, erklärte Michael Broglin. Geschäftsführer der ASF Solar und der ASF.

Durch die Solaranlage können im Vergleich zum Strommix Deutschland jährlich 1.400 Tonnen CO2 vermieden werden. Aktuell sind im gesamten Stromnetzgebiet von Badenova (Freiburg/ Breisach + Umland) über 31 Megawatt Fotovoltaikleistung installiert, davon befinden sich rund 20,7 Megawatt auf Freiburger Stadtgebiet (Stand Mitte 2011). Durch die Solaranlage Eichelbuck (2,5 MWp) wird eine Steigerung der Anlagenleistung um mehr als zehn Prozent erreicht. Rund vier Prozent (Zahl 2010) des in Freiburg verbrauchten Stroms werden derzeit aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse erzeugt. Die größten Wachstumsraten weist nach wie vor der Solarstrom auf. So wurden alleine im Freiburger Stadtgebiet 2010 4,1 MWp zugebaut.