Die meisten Leute haben keine Ahnung, was alles in Wodka steckt“, sagt Victor Fischer. Der Jungunternehmer will das ändern. Mit seiner polnischen Frau und einer Freundin hat der Freiburger „Wodka, Please“ gegründet. Sie importieren den „besten Wodka der Welt“ aus Polen. Und vertreiben ihn in Deutschland. Fünf Bars in Freiburg machen bereits mit.

 

Wenn Victor Fischer auf Touren geht, hat er meist einen kleinen Koffer dabei. Darin transportiert er Hochprozentiges: Haselnuss-Wodka, klaren Wodka, James-Bond-Wodka. Die Resonanz der Kunden ist gut. Für Fischer, der in Bonn lebt, kein Wunder: „Wodka ist unglaublich vielfältig und geschmacklich anspruchsvoll“, betont der 31-Jährige. 49 Sorten hat sein Online-Shop im Angebot, alle aus Polen.

 

Wodka Please

Ein Team: Victor Fischer, Magdalena Fischer (rechts) und Agnes Korn

 

Seine Frau Magdalena Fischer ist Polin. Der Wodka, den sie aus der Heimat mitbrachte, kam im Freundeskreis so gut an, dass die beiden eine Schnapsidee hatten: „Wir machen den Schnaps zur Idee“, sagen die zwei Geschäftsführer. Sie kündigten ihre Jobs, gingen im September mit „Wodka, Please“ an den Start. In einem Container lagern sie seitdem ihre Flaschen. Vertrieben werden diese im Internet, in Bars, Feinkostläden und Restaurants. Im Januar war ihr erstes Tasting in Bonn. Ein Termin für Freiburg ist in Planung.
Fünf Freiburger Kneipen sind mittlerweile mit von der Partie. Der „Eimer“ seit Mai. „Wir haben Haselnuss und Walnuss-Wodka im Programm“, heißt es dort auf chilli-Anfrage. „Diese Wodkas kommen bei unseren Gästen äußerst gut an, da sie im Geschmack sehr weich, aber in der Nussnote sehr intensiv sind. Eine echte Leckerei!“, berichtet das Bar-Team des Eimers.
Für die Unternehmer keine Überraschung. „Der beste Wodka kommt aus Polen“, sagen sie. Zum Saufen sei er zu gut. „Wir hören fast täglich, dass Wodka ein eindimensionales Mischgetränk ohne Geschmack ist“, sagt Victor Fischer. „Na ja, man dachte auch ziemlich lange, dass die Erde eine Scheibe ist.“ Sie wollen Wodka als Genussgetränk etablieren –  auf Augenhöhe mit Whiskey oder Gin.
Finanziell kommen die Drei nach eigenen Angaben nach einem knappen Jahr über die Runden. Vielleicht auch, weil sie Vollzeit arbeiten und dabei nüchtern bleiben. Victor Fischers Devise: Don’t get high on your own supply.

 

Info

“Wodka ,Please” schreibt sich im Original mit dem Komma vor dem “Please”. Zur Homepage geht’s hier: wodkaplease.com. Das Ganze gibt’s auch auf Facebook.

 

Text: Till Neumann, Foto: © wodka please