Prächtiges Weinschorle-Wetter, der Blick auf die Reben und den satten grünen Rasen, 80er-Jahre-Frisuren auf der Ponderosa und jede Menge Fußball – es war mal wieder Zeit für den Kaiserstuhl-Cup in Bahlingen. Erstmals in der 28-jährigen Geschichte schafften die Gastgeber vom Bahlinger SC den Turniersieg: 1:1 gegen den FC Sochaux und 3:0 gegen Hessen Kassel. Chapeau! Der SC Freiburg hingegen spielte zwei Mal nur Unentschieden (3:3 gegen Kassel und 1:1 gegen den FC Sochaux).

 

 

 

Doch das Ergebnis ist ja sekundär in der Vorbereitungsphase. Das sagen zumindest die, die nicht gewonnen haben. SC-Trainer Christian Streich hat wohl einiges an Einsichten gewonnen. Wenn man wie die spanische Nationalmannschaft ohne richtigen Mittelstürmer spielt, heißt das nicht automatisch Zauberfußball. So beim Kick gegen die Franzosen, als ein emsiger Sebastian Freis in der Spitze zwar Räume schuf du sich die Lunge aus dem Leib rannte, aber jegliche Torgefahr vermissen ließ. Freis musste sich gar – wie Kapitän Julian Schuster – nach einigen unglücklichen Aktionen Pfiffe von einer Minderheit unter den knapp 3000 Zuschauern gefallen lassen.

 

 

 

Streich rannte bei hochsommerlichen Temperaturen an der Außenlinie auf und ab. Er schwankte zwischen lautstarkem Lob und Motivation für seine Spieler („Des isch es! Immer Vollgas! Super!“) und Entsetzen, wenn mal wieder ein Pass nicht angekommen war. Wie Bundestrainer Joachim Löw, der samt schicker Sonnenbrille ebenfalls auf der Tribüne zugegen war, mahnte auch Streich „höggschte Konzentration“ an. Vieles war Stückwerk, doch für ein Testspiel war vieles gar nicht einmal schlecht. Und noch eine Einsicht: Mit dem 21-jährigen Ezequiel Calvente könnte der Sportclub eine richtige Granate aus Granada verpflichtet haben. Das Freitagsspiel gegen Kassel ging der Spanier über die volle Distanz und machte seine erste Kiste für seinen neuen Arbeitgeber. Von Spanier lernen in Sachen Fußball ist nicht das Verkehrteste. Das weiß auch Jogi. Olé!

 

DOMINIK BLOEDNER